Einleitung

Oktober 8, 2008

Dank sei ALLAH, dem Erhabenen, Der SEINE Propheten gesandt hat, um die Menschen auf den rechten Weg zu leiten und Der vier von diesen Propheten jeweils ein großes heiliges Buch herabgesandte, die frei von jeder Falschheit, Fehler und Überfluss sind. Das Buch, welches ALLAH, der Erhabene, Muhammed, Friede sei mit Ihm, SEINEM letzten Propheten herabgesandte, ist der heilige Koran. In ihm steht alles erklärt, was die Menschen benötigen, die Nichtgläubigen werden mit Qual bedroht und den Gläubigen, die die Vorschriften des Islams einhalten, wird die frohe Botschaft vom Paradies verkündet. ALLAH, der Erhabene, hat die Religion SEINER Diener durch SEINEN Gesandten Muhammed, Friede sei mit Ihm, vervollständigt und verkündet, dass ER allein mit denjenigen, die sich zum Islam bekannt haben, zufrieden sein wird. Auch in vergangenen Zeiten sandte ER SEINEN Dienern Propheten mit deutlichen Versen und großen Wundern. Er teilt im heiligen Koran mit, dass ER keinen anderen Propheten nach dem Propheten Muhammed, Friede sei mit Ihm, senden wird. ER hat jeden Menschen vorgeschrieben und befohlen, dem von Ihm gesandten Propheten zu folgen, damit man unvorstellbare und undenkbare Vorteile erhalten und sich vor Gefahr und Unglück schützen kann; wie ein Blinder, der sich auf einen Führer verlässt, und wie ein Kranker, der sich in Verlegenheit vor Hilflosigkeit seinem mitleidigen Arzt fügt.

ALLAH, der Erhabene, hat Muhammed, Friede sei mit Ihm, SEINEN letzten Propheten, zum hochgestellten und mitleidigsten und seine Gesellschaft zur gerechtesten, sowie SEINE Religion zur vorzüglichsten gemacht. ER hat im heiligen Koran, durch Verse mitgeteilt, dass Muhammed, Friede sei mit Ihm, in jeder Hinsicht der Vollkommenste ist, weder Mangel noch Überfluss besitzt und der Prophet aller Lebewesen ist. Ihnen hat ER SEINEN Dienern als letzten Prophet zum Zweck gesandt, SEINE Einheit und SEINE absolute Unvergleichbarkeit zu verkünden. ER sandte ihn um SEINE Diener in Wissen und im Alltag zu fördern und ihre seelischen Krankheiten zu heilen.

Segen und Frieden ALLAHs, des Erhabenen, sei für alle Zeit auf Ihm, Seine Nachkommen und Seine Gefährten. Sie sind wie Sterne, die im Dunkeln auf den richtigen Weg weisen und wie Lichtquellen, die die Dunkelheit beseitigen.

Des Mitleids ALLAHs, des Erhabenen, sehr bedürftige Verfasser dieses Buches, Ahmed ibn Abdül’ehad [Imam-ı Rabbâni, Erneuerer des zweiten Jahrtausends], also ich bete zu ALLAH, dem Erhabenen, um meine Verschonung, um die Verschonung meiner Vorfahren und Lehrer und auch Schüler von den Qualen am Jüngsten Tag. Zu meinem Bedauern muss ich leider aussagen, dass die Menschen unserer Zeit es vernachlässigen zu glauben, dass Propheten notwendig sind und sich weigern die im heiligen Koran angegebenen 25 Propheten anzunehmen, sowie sich nach der Religion des letzten Propheten zu richten. Diese Verhaltensweise findet leider Verbreitung. Es kam in Indien sogar dazu, dass einige von solchen gesinnten Staatsmännern die frommen Moslems folterten. Es tauchten sogar manche Leute auf, welche über den heiligen Namen des letzten aller Propheten spotteten und ihre eigenen Namen, die ihnen von ihren Eltern gegeben worden waren, änderten. In Indien wurde es verboten, das Rind als Opfer zu schlachten, was für Moslems nötig ist.

Heute werden Moscheen niedergerissen oder zum Museum bzw. Lager umgebaut und islamische Friedhöfe werden als Spiel- oder Müllplätze gebraucht. Die Kirchen aber werden als historisches Werk restauriert. Ihre Zeremonien und Feste werden leider auch von manchen Moslems mit gefeiert. Kurz gesagt werden die islamischen Bräuche und unentbehrlichen Pflichten verachtet, oder vollkommen beiseitegelegt und als fortschrittfeindlich bezeichnet. Dagegen werden die Sitten und Bräuche, falsche Glauben, Unsittlichkeiten und unmoralische Dinge, der Ungläubigen, geschätzt und gefördert, und man ist darum bemüht, dies jeden bekannt zu machen und zu verbreiten. Dagegen werden gemeine, böse und erlogene Romane und Lieder der indischen Ungläubigen, in die Sprachen der Moslems übersetzt und auf den Markt geführt. Dies bezweckt die Vernichtung des Islams und der guten islamischen Moral. Dieses Streben führt dazu, daß sich der Glaube der Moslems abschwächt und die Moslems schließlich in den Sumpf des Unglaubens stürzen und dadurch neue Ungläubige auftauchen. Sogar die Geistlichen, die als Ärzte für die Krankheit des Unglaubens gelten, geraten auch in dieses Unglück.

Ich untersuchte, warum der Glaube der muslimischen Jugend verdorben wurde und woher ihre Zweifel stammte. Ich stellte fest, dass die Schwäche ihres Glauben ihren Grund nur darin hatte, dass nach dem heiligen Propheten eine lange Zeit vergangen war. Außerdem, hielt man die Worte von einigen Politikern und angeblichen Naturwissenschaftlern, die ungebildet in der Religion waren, für richtig. Ich erörterte mit einigen Personen, die die Veröffentlichungen dieser Fanatiker der Naturwissenschaften folgten und daher sich Gebildet und Fortschrittlich nannten. Ich erfuhr, dass sie sich mit dem Prophetentum geirrt haben. Ich lernte Menschen kennen, die sagten: “Die Propheten haben sich darum bemüht, dass die Menschen in guten Beziehungen leben und gute Charaktereigenschaften haben. Dies hat mit dem Jenseits nicht zu tun. Von guten Charaktereigenschaften und friedlichem Leben der Menschen berichten auch philosophische Bücher. Imam-ı Muhammed Gasali teilte sein Buch Ichyâ-ul-ulûm (Erneuerung der Religionswissenschaften) in vier Teile. Ein Teil gibt gute Charaktereigenschaften bekannt. Diesen Teil nannte er Mündschijjat (Die rettenden Kenntnisse). Die anderen drei Teile erklären das Gebet, das Fasten und die anderen Anbetungen. Dieses Buch ist wie die philosophischen Bücher. Viele behaupten dies würde darauf hinweisen, dass nicht Anbetungen, sondern gute Charaktereigenschaften rettend sind. Andere behaupten: “Diejenigen, die von dem Propheten, von Seinen Wundern und heiligen Versen gehört haben aber trotzdem nicht glauben, gleichen denen, die auf den Bergen bzw. in der Wüste gelebt und von dem Propheten nicht gehört haben, weil seither Jahrhunderte vergangen sind. Es ist nicht nötig, dass sowohl die Ersten, als auch die Letzten daran glauben.”

Wir erwidern dieser Behauptungen: ALLAH, der Erhabene, wollte mit SEINER Gnade in der Ewigkeit, die Propheten senden, um die seelischen Krankheiten der Menschen zu heilen und sie reif werden zu lassen. Damit die Propheten ihre Aufgaben erfüllen können, müssen sie die Ungehorsamen drohen und den Gehorsamen die Freudenbotschaft überbringen. Sie müssen den Ersten Qual und den Zweiten Belohnung im Jenseits mitteilen. Denn der Mensch will das haben, was er genießt. Um das zu erlangen, irrt er vom rechten Weg ab. Er verrichtet Übeltaten und begeht Sünde. Es ist nötig, dass die Propheten gesandt werden, um die Menschen zu verhindern, Übeltaten zu verrichten und ihnen zu ermöglichen, in Ruhe und Frieden im Dies und Jenseits zu leben. Das irdische Leben ist kurz. Das jenseitige Leben dagegen ist ewig. Deswegen ist es nötig, zuerst die Glückseligkeit im Jenseits zu erwerben. Manche von den alten Philosophen vermischten ihre Vorstellungen mit den Vorschriften der den Propheten gesandten heiligen Bücher, um den Absatz ihrer Bücher zu steigern. Imam-ı Muhammed Gasali, der große Erneuerer des Islam, schrieb über die Anbetung in seinem Buch, weil er deren Feinheiten erklären wollte. Denn die Rechtsgelehrten haben die Aufgabe zu erläutern, wie man die Anbetung erfüllen soll. Sie erklärten die Feinheiten nicht. Sie erklärten die Angelegenheiten des Innersten des Menschen nicht. Dies war die Aufgabe der Gelehrten des Sufismus. Imam-ı Gasali vereinigte die Religionsvorschriften mit den Erkenntnissen des Sufismus, die das Herz des Menschen reinigen. Er hat in seinem Buch beide Themen behandelt. Obwohl er das Zweite als Mündschijjat (die rettenden Kenntnisse) bezeichnete, hat er erläutert, daß die Anbetung auch rettend ist. Die rettenden Kenntnisse der Anbetung lernt man aus den Büchern der Rechtswissenschaft. Die rettenden Kenntnisse des Sufismus aber kann man nicht aus rechtswissenschaftlichen Büchern lernen.

Woher wissen wir nun, dass Calinos ein Arzt und Amr Sibewejhi ein Syntaxgelehrter war, obwohl wir nicht zu ihren Zeiten leben? Wir wissen, was “Medizin” heißt. Wir lesen die Bücher von Calinos oder hören seine Worte und erfahren, dass er die Kranken heilte. Auf diese Weise glauben wir daran, dass er ein Arzt war. Und wenn man weiß, was “Syntax” heißt, kann man erfahren, daß Amr Sibewejhi ein Syntaxgelehrter war, indem man seine Bücher durch liest oder seine Worte von anderen hört. So versteht man durchaus, dass Muhammed, Friede sei mit Ihm, im höchsten Grade des Prophetentums steht, wenn man den heiligen Koran und die heiligen Hadithe untersucht. Wie man an diese beiden Gelehrten glaubt, so glaubt man an Muhammed, Friede sei mit Ihm, fest. Und dieser Glaube kann durch Verleumdungen der Unwissenden und Verirrten nicht zerstört werden. Denn alle Worte von Muhammed, Friede sei mit Ihm, und alle Seine Handlungen beseitigen die schlechten Charaktereigenschaften der Menschen, heilen ihre seelischen Krankheiten, verbessern ihre Handlungen und ihren Glauben und lassen sie reif werden.

Einer, der auf den Bergen bzw. in der Wüste [oder in einem kommunistischen Land] gelebt und nichts von den Propheten gehört hat, wird Schâchik-ul-dschebel (der Gipfel des Berges) genannt. Es ist unmöglich, daß solche Menschen daran glauben, dass das Prophetentum recht ist und dass die Propheten gesandt worden sind. Man nimmt an, als wäre ihnen kein Prophet gesandt. Diese wurden entschuldigt. Ihnen wurde nicht befohlen, an die Propheten zu glauben. Im heiligen Koran heißt dazu, der 15. heilige Vers der Sure Isrâ (Die Nachtfahrt): “Und wir straften nicht eher, als wir einen Gesandten schickten.” [Diese werden nach dem Jüngsten Gericht sterben, wie es bei den Tieren geschieht, und werden für ewig vernichtet, ohne Höllenqual bzw. Paradiesgaben zu erleben. Bei den unmündigen Kindern der Ungläubigen wird dasselbe geschehen.]

Um die Zweifel derer, die die Religionkenntnisse aus den Büchern der Unwissenden und der Religionsfeinden erworben haben, zu beseitigen, habe ich mich entschloßen, meine Kenntnisse zu veröffentlichen. Ich habe es als meine Aufgabe angesehen, um somit der Menschheit zu helfen. Ich habe versucht, das Prophetentum zu erklären und die Zweifel zu beseitigen, dass Muhammed, Friede sei mit Ihm, ein Prophet ist, indem ich die Verleugnung von einigen Fanatiker der Naturwissenschaften widerlegte. Ich habe mir Mühe geben, die Beweise aus den Büchern der islamischen Gelehrten darzulegen und meine bescheidenen Kenntnisse beizufügen. Neben dem Vorwort und der Einleitung bereitete ich mein Buch in zwei Teilen vor. Mich auf die Hilfe ALLAHs, des Erhabenen, verlassend, fange ich an, zu schreiben.

1582                                                     990
n. Chr.                                                  Mondjahr n. Hed.
                                                            AHMED BIN ABDÜL-EHAD SERHENDÎ


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