Nun werden wir behandeln, dass die Sendung des Propheten nötig ist. Der Mensch hat eine angeborene Unwissenheit. Jedoch existieren so viele Geschöpfe in seiner Umwelt, dass ihre Anzahl niemand weiß außer ALLAH, der Erhabene. Dies wird in dem 31. heiligen Vers der Sure Müddessir (Der Bedeckte) des heiligen Korans erklärt. Das Kind fängt an, mit seinen Sinnesorganen die Vorgänge in seiner Umwelt wahrzunehmen. Jede Art von Geschöpfen ist eine Welt für sich. Der Sinn, der beim Menschen zuerst geschaffen wird, ist das Gefühl, der fünfte Sinn. Es umfasst verschiedene Sinne, z.B. Berührungssinn, Tast- und Drucksinn, Kälte- und Wärmesinn, Stellungs- und Bewegungssinn, Schmerzsinn. Der Mensch kann mit dem Gefühl die Farben nicht wahrnehmen. Als zweiter wird Sehsinn geschaffen. Man kann damit Farben und Gestalten wahrnehmen. Die Umwelt für den Sehsinn ist viel größer als die des Gefühls. Dann kommt der Gehörsinn. Man nimmt damit Stimmen, Melodien und Laute wahr. Ferner wird Geschmack- und danach Geruchsinn geschaffen. Auf diese Weise werden fünf Sinnesorgane vervollständigt. Etwa im Alter von 7 Jahren wird das Unterscheidungsvermögen geschaffen. Man nimmt damit das war, was man nicht mit Sinnesorganen wahrnehmen kann. Das Unterscheidungst vermögen dient zugleich dazu, die durch Sinnensorgane wahrgenommenen Dingen voneinander zu unterscheiden. Dann wird Vernunft geschafft. Man kann damit Böses von Gutem unterscheiden. Durch Vernunft begreift der Mensch, was er nicht mit Sinnesorganen und Unterscheidungsvermögen begreifen kann. ALLAH, der Erhabene, erschafft außerdem bei SEINEN bestimmten ausgewählten Dienern eine andere Begabung. Damit begreift man die Angelenheiten und prophezeit die in Zukunft stattzufindenden Ereignisse, die man mit der Vernunft nicht erfassen kann.
Diese Eigenschaft wird Prophetengabe genannt. Das Unterscheidungsvermögen begreift die Angelegenheiten nicht, die mit der Vernunft verstanden werden. Und die Vernunft begreift die Sachen nicht, die mit der Prophetengabe begriffen werden, und leugnet sie ab. Das Unbekannte zu leugnen, bedeutet, dass man das ablehnt, was man nicht weiß Z.B. ein geborener Blinder erkennt Farben und Gestalten nicht. Es scheint ihm, als wären sie nicht vorhanden. Um SEINEN Dienern die Prophetengabe bekannt zumachen, erschuf ALLAH, der Erhabene, bei Menschen die Begabung, zu träumen. Der Mensch kann damit von dem träumen, was in Zukunft stattfindet. Dieser Traum geschieht entweder offensichtlich, oder als Gleichnis in der Gleichniswelt. Wenn man versucht dem, der nicht weiß, zu erklären, was Traum ist, und diesbezüglich sagt: “Der Mensch, kann in einem ohnmächtigen Zustand, etwas Verborgenes, Ungreifbares sehen.” glaubt derjenige das nicht. Er wird versuchen, zu beweisen, dass es unmöglich sei. Und wahrscheinlich wird er seine Begründung folgendermaßen äußern: “Ein Mensch kann seine Umwelt mit seinen Sinnesorganen wahrnehmen. Ohne sie zu benutzen, kann er nichts wahrnehmen und nichts begreifen.” Mit dieser Logik behauptet er, die Wahrheit gesagt zu haben. Wie man die durch Vernunft verstandenen Tatsachen nicht mit Sinnesorganen begreifen kann, so kann man die durch Prophetengabe erkennbaren Angelegenheiten nicht mit der Vernunft verstehen.
Diejenigen, die an der Prophetengabe zweifeln, hegen Zweifel darüber, obwohl sie es für möglich halten. Was aber möglich ist, kann auch wahr sein. Dies beweisen die Prophezeiungen der Propheten, die alle in Erfüllung gegangen sind. Die Erkenntnisse der Prophezeiungen haben die Propheten durch Eingebung von ALLAH, dem Erhabenen, nämlich mit Prophetengabe erfahren. Diese Erkenntnisse kann man durch Vernunft und Erfahrung bzw. Ermittlung nicht erfassen. Die Prophetengabe besitzt auch andere Eigenschaften. Ein Gleichnis dieser Eigenschaften ist der Traum, den wir gerade eben erwähnt haben. Andere Eigenschaften erlebt man auf dem Weg des Sufismus. Die Eigenschaft, die wir bekannt machten, gilt als Beweis der Prophetengabe. Imam-ı Muhammed Gasali stellt diese Eigenschaft in seinem Buch El-munkıs-u anid-dalâl (Befreiung von den Irrlehren) für den Beweis des Prophetentums dar.
Die altgriechischen Philosophen waren der Meinung, dass es nützlich ist, an das Prophetentum zu glauben, mit folgender Begründung: “Denn es ist vernünftig. Es ist genau so, wie an die Existenz, Allmacht und Allwissenheit ALLAHs, des Erhabenen, zu denken. Viele nützliche Sachen, die nicht durch die Vernunft begriffen werden können, werden durch die Prophetengabe erfahren. So sind die Erkenntnisse der Auferstehung und des Jenseits und die Ergebnisse der guten bzw. bösen Taten und die Folgen bestimmter Nahrungs- bzw. Heilmittel.”
Diejenigen, die nicht an das Prophetentum glauben, behaupten:
1. Die Menschen, die sich als Prophet vorstellen, sollen wissen, dass ihr Gesprächspartner ALLAH, der Erhabene ist. Es gibt keinen Weg, ALLAH, den Erhabenen zu kennen. Einem Propheten kann ein Geist auch sagen: “Ich habe dich als Prophet gesandt. Verkünde von mir meinen Dienern!” Alle Gläubige glauben an das Wesen der Geister.
Die erste Antwort: Ein Prophet beweist durch Wunder, daß er Gesandter ist. ALLAH, der Erhabene, erschafft das Wunder. kein Geist und kein anderes Wesen kann ein Wunder tun.
2. Der Engel, der dem Propheten die Offenbarung überbringt, muss sich durch die Anwesenden dort sehen lassen, wenn er ein Gegenstand ist. Aber ihr sagt, dass er von den Anderen nicht gesehen wird. Wenn er nur eine Seele und kein Gegenstand ist, kann er nichts sprechen und nicht gehört werden. Falls ihr sagt: “Der Engel, der die Offenbarung von ALLAH, dem Erhabenen, überbringt, ist ein Gegenstand. ALLAH, der Erhabene will, dass ER nicht gesehen wird. ER kann das schaffen. ER ist allmächtig” erwidern wir: In dem Fall könntet ihr einen Berg, der euch gegenüber liegt, nicht sehen und eine Pauke, die neben euch geschlagen wird, nicht hören. Das ist aber unglaublich.
Die zweite Antwort: Überbringer der Offenbarung ist der Engel. Engel ist ein leichter, durchsichtiger Gegenstand. Dass sich farblose und durchsichtige Gegenstände nicht sehen lassen, ist der Brauch ALLAHs, des Erhabenen. Luft ist ein Gegenstand. Weil sie farblos und durchsichtig ist, lässt sie sich nicht sehen. Wenn wir sagen, dass sich feste Stoffe nicht sehen lassen, wäre es unglaublich. Dass sich die Seelen verkörpern und sprechen und daß ihre Worte gehört werden, ist möglich. Das ist vielmals passiert.
3. Um dem Propheten zu glauben, muss man erkennen, daß er Prophet ist. Dazu braucht man aber eine lange Zeit. Die Notwendigkeit, den Propheten umgehend zu bestätigen, wäre nutzlos.
Die dritte Antwort: Es wäre unvernüftig, dass man Wunder des Propheten erlebt und ihm dennoch nicht glaubt. Wer das erlebt, soll sofort den Propheten erkennen und ihm glauben.
4. Der Prophet hat die Aufgabe, Wohltaten zu gebieten und übeltaten zu verbieten. Das ist aber unrecht. Denn es handelt sich um Zwang. Ihr sagt, dass ALLAH, der Erhabene die Handlung des Dieners erschaff und dass der Diener nichts dafür kann. Wenn man nichts dafür kann, heißt es etwas aus Zwang zu tun.
Die vierte Antwort: Obwohl der Diener auf die Schöpfung seiner Taten keine Wirkung hat, ist er in der Lage, sie zu wollen und deren Gründe geltend zu machen. Das wird Willensfreiheit genannt. Dem Diener wurde geboten, die Gründe von dem was er will, geltend zu machen. Dass es so geboten ist, ist recht.
5. Der Diener bemüht sich, um ein Gebot zu erfüllen. Wenn er das Gebot nicht erfüllt, wird er bestraft werden. Beides ist für ihn nachteilhaft. ALLAH, der Erhabene, ist gerecht. ER tut nichts Unrechtes.
Die fünfte Antwort: Alle Gebote sind vorteilhaft für das Dies- und Jenseits. Die Vorteile sind viel mehr als die Bemühungen die beim Einhalten der Gebote entsteht. Es ist nicht vernünftig, viele Vorteile zu verlieren, um einen geringen Nachteil zu vermeiden.
6. Es wäre nutzlos, falls die Bemühung beim Einhalten eines Gebotes unbelohnt bleibt. Falls die Erfüllung der Gebote nur dem Schöpfer nützlich wäre, würde dies bedeuten, dass ER SEINE Diener benötigt. Dann wäre es nicht richtig. Wenn die Erfüllung der Gebote dem Menschen nützlich ist, wäre es nicht logisch, weil das Vorteihafte geboten ist, dass der Mensch, der das Gebot nicht erfüllt, gequällt wird. Denn das Gebot würde heißen, entweder du tust das Nützliche oder du wirst ewig gequällt.
Die sechste Antwort: Was die Vernunft als schön, hässlich bzw. nutzlos bezeichnet, ist nicht immer richtig. Man darf nicht sagen, daß jedes Gebot vorteilhaft sein muss. Das werden wir nachher behandeln. Daß der Mensch ewig gequällt werden wird, heißt nicht dass daraus kein Nutzen gezogen worden ist, sondern dass der Mensch das Gebot seines Schöpfers nicht gehalten hat. Denn SEIN Gebot nicht halten heißt IHN verachten und sich IHM widersetzen.
7. Warum gebietet ALLAH, der Erhabene, SEINEM Diener etwas, das er nicht tun wird? Wird ein solches Gebot SEINEM Diener nicht nachteilhaft sein?
Die siebte Antwort: Selbst wenn wir annehmen, dass ein solches Gebot SEINEM Diener schädlich wäre, haben wir oben erwähnt, dass es vernünftig ist, geringen Schaden zu leiden, um zahlreiche Gaben zu erlangen. Diesbezügliche Auffassung der Sekte Mu’tezile, einer der zweiundsiebzig islamischen Irrlehren ist wie folgt: “Es ist nützlich, auch einem Ungläubigen Gebote und Verbote bekanntzumachen. Diese Tat führt dazu, Verdienst zu erhalten. Dieser Verdienst liegt nicht darin, dass man Gebote bekanntmacht, sondern dass man Gebote erfüllt. Beispielsweise, jemand der sich als freigebig und wohltätig vorstellen will, lädt jemanden zum Gastmahl ein, obwohl er weiß, dass dieser nicht kommen wird. Falls er ihn nicht einlädt, kann er seine Absicht nicht zeigen. Hierzu möchte ich die Worte der islamischen Denker erwähnen:
ALLAH, der Erhabene, hat die Menschen schwach und bedürftig erschaffen. Menschen brauchen Bekleidung, Verpflegung, Unterkunft, Sicherheit und Vieles andere. Der Mensch allein kann seine Bedürfnisse nicht befriedigen. Dazu reicht sein ganzes Leben nicht aus. Daher ist es nötig, dass Menschen zusammenarbeiten und miteinander in Gemeinschaft leben. Jeder führt eine Arbeit aus, die ein Bedürfnis von einem anderen befriedigt. Diese Zusammenarbeit verursacht die Zivilisation der Menschheit. Man soll Gerechtigkeit ausüben, um ein zivilisiertes Leben zu führen. Denn alle Menschen wollen ihre Bedürfnisse befriedigen. Eine der wichtigsten Lüste ist die Sinnlichkeit. Der Mensch will das haben, was er genießt. Darum kämpft er. Es entstehen Streit, Unrecht und Qual in der Gesellschaft. Die Gesellschaft löst sich auf. Man musst viele erforderliche Kenntnisse haben, um Ordnung zu schaffen und Gerechtigkeit zuteil werden zu lassen. Diese Kenntnisse sind Gesetze. Gesetze müssen gerecht sein. Wenn Menschen mit der Gesetzgebung nicht einverstanden sind, herrscht Chaos in der Gesellschaft. Es muss ein gerechtes Wesen über den Menschen bestehen, um Ordnung zu schaffen. Zugleich muss dieses Wesen mächtig sein, damit seine Bestimmungen beachtet werden. Man muss glauben, daß es die Bestimmungen dessen sind, der gerecht und mächtig ist. Das verursacht allein die Wunder. Diejenigen, die ein sinnliches Leben führen bzw. hochmütig sind, mögen die Vorschriften des Islam nicht. Sie wollen diese Bestimmungen nicht einhalten. Sie tun anderen unrecht und begehen Sünde. Die islamische Sitte bzw. Ordnung wird kräftig, falls man denjenigen, die dem Islam folgen, Belohnungen verspricht und denjenigen, die nicht gehorchen von der Qual berichtet. Deswegen ist es nötig, daß der Gesetzgeber den Schöpfer kennt, der belohnt bzw. bestraft. Aus diesem Grund ist es vorgeschrieben, anzubeten. Man gedenkt SEINER, indem man IHN täglich anbetet. Anbetung beginnt mit dem Glauben an SEINE Existenz und an SEINE Propheten und mit der Bestätigung SEINER Gaben und Qualen im Jenseits.
Man kommt zu folgenden Ergebnissen, indem man daran glaubt und anbetet. Erstens: Das Herz, nämlich die Seele wird gereinigt. Man ärgert sich nicht. Sinnlichkeit und Ärger hindern, an den Schöpfer zu denken. Zweitens: Man erlangt geistigen Genuß und Erkenntnisse, die mit den Kenntnissen, die man mit Sinnesorganen und aus Erfahrung erwirbt, nicht zu tun haben. Drittens: Wenn man denkt, daß Wohltäter belohnt und Übeltäter bestraft werden, herrscht Gerechtigkeit unter den Menschen. Die Worte der islamischen Denker, die wir hier erwähnt haben, bestätigen die Worte der Sekte Mu’tezile, daß es vernünftig ist, den Menschen Gebote und Verbote bekanntzumachen.
8. Wenn ALLAH, der Erhabene, SEINE Gebote in Ewigkeit gewollt hat, wäre es zwecklos, sie zu empfehlen. Es wäre unvernünftig. Es wäre nutzlos, ein Gebot vorzuschlagen, dessen Erfüllung in Ewigkeit vorherbestimmt ist. Es wäre aber peinlich das vorzuschlagen, dessen Erfüllung in Ewigkeit nicht vorherbestimmt ist. Das heißt die Erfüllung dessen verlangen, was unmöglich ist.
Die achte Antwort: Es ist nicht peinlich, das zu befehlen, was der Mensch tun kann. Alle Gebote ALLAHs, des Erhabenen, sind innerhalb des Machtbereichs der Menschen. Wenn man dazu eine Frage stellte, würden wir die gleiche Antwort geben. D.h. Man darf nicht sagen, ALLAH, der Erhabene, muss das erschaffen, was in Ewigkeit vorbestimmt ist. Man darf aber auch nicht sagen, dass ER nicht erschaffen kann, was in Ewigkeit vorherbestimmt ist.
9. Gebote, die dem Ich schwer fallen, hindern den Menschen, daß er ALLAHs, des Erhabenen gedenkt und nimmt ihm die Möglichkeit, viele Taten zu verrichten.
Die neunte Antwort: Die Gebote dienen dazu, an die Existenz ALLAHs, des Erhabenen, zu denken und Ordnung zu schaffen. Die siebte Antwort erläutert es ausführlich.
[Zu glauben, dass man Gebote und Verbote befolgen soll, ist Voraussetzung des Glauben. Wer an die meisten Gebote glaubt, aber nur eins leugnet, darf dem heiligen Propheten nicht glauben. Er wird ungläubig. Um Moslem zu sein, muss man an alle Gebote und Verbote glauben. Wenn man an alle Gebote und Verbote glaubt, sie aber nicht befolgt, z.B. wenn man nicht anbetet, Alkohol genießt, indem man seinem Ich und seinem bösen Freund folgt, ist man sündig, aber nicht ungläubig. Wenn sich seine Frau bzw. sein Mädchen unsittlich gekleidet sehen lässt, begeht man Sünde. In solchen Fällen ist man Sünder. Aber wenn man selbst einem Gebot nicht folgt weil man es geringschätzt, wird man glaubensabtrünnig. Manche behaupten: “Das macht nichts aus, wenn ich kein Gebet verrichte. Wichtig ist, dass ich ein gutes Herz habe.” oder “Man muss zuerst Geld verdienen, Wohltaten verrichten und erst dann anbeten.” Diese Behauptungen bedeuten einen Teil der Gebote zu bestätigen einen anderen Teil aber zu missachten. Bestätigung und Missachtung sind verschieden. Man darf sie nicht verwechseln.]
10. Die Vernunft erfüllt das, was als nützlich wahrgenommen wird. Sie tut nicht, was schädlich ist. Wenn sie das Gute von Bösem nicht unterscheiden kann, erfüllt sie im Bedarfsfall das Gewünschte. So braucht man die Sendung des Propheten nicht.
Die zehnte Antwort: Es gibt viele Sachen, die durch die Vernunf nicht zu erfassen sind. Diese werden von Propheten berichtet. Der Prophet gleicht einem Facharzt. Er kennt die Wirkungen der Heilmittel sehr gut. Obwohl man im Volk bestimmte Heilmittel aus langer Erfahrung kennt, besteht die Möglichkeit, daß die Vernünftigen in Gefahr geraten, bis sie diese Erfahrungen gesammelt haben. Außerdem ist es eine mühsame und langfristige Arbeit, bis man diese Erfahrung hat. Man findet keine Zeit, um die Vernunft für andere nötigen Taten zu gebrauchen. Man kann jedoch die nötigen Heilmittel erlangen, indem man dem Arzt einen geringen Lohn bezahlt. Und dadurch heilt man sich. Zu behaupten, dass man keinen Propheten benötigt, heißt, dass man keinen Arzt braucht. Alle Mitteilungen des Propheten sind richtig und nützlich, weil sie Offenbarungen von ALLAH, dem Erhabenen, sind. Man kann aber nicht sagen, dass alle Kenntnisse des Arztes richtig sind, da man sie durch Vernunft erworben hat.
11. Das Wunder ist nicht anzunehmen. Weil es etwas Außergewöhliches ist, ist es unbegreiflich. Daher ist das Prophetentum unvernünftig.
Die elfte Antwort: Daß Himmel und Erde aus dem Nichts erschaffen wurden, ist unbegreiflicher als ein Wunder. Dass viele Ereignisse den Naturgesetzen entsprechend stattfinden, bedeutet nicht, dass manche Wunderbare nicht außerhalb der Naturgesetze geschehen können. Seit Jahrhunderten geschahen Wunder und Wundertaten durch Propheten und Heilige. Wer vernünftig ist, wird diese Geschenisse nicht leugnen. Das Wunder bestätigt, dass der Prophet die Wahrheit sagt. Wunder muss Übernatürliches sein. Eine Tat, die den Naturgesetzen gemäß verrichtet wird, gilt nicht als ein Wunder.
12. Das Wunder kann nicht bestätigen, dass der Prophet die Wahrheit sagt. Denn es ist unbestimmt, ob Wunder von ALLAH, dem Erhabenen, oder von dem Propheten getan wird. Zauber ist auch etwas Außergewöhnliches. Ihr glaubt auch an Zauber.
Die zwölfte Antwort: Dass man durch Vernunft viele Hypothesen aufstellt, widerlegt nicht die Kenntnisse, die mit Sinnesorganen bzw. aus Erfahrung erworben sind. Dass ein Gegenstand zustande gekommen ist, hindert nicht, an dessen Nichtvorhandensein zu denken. ALLAH, der Erhabene, ist der alles erschafft. Das haben wir eben geäußert. ALLAH, der Erhabene, ist es nämlich, der Wunder erschaft, nicht der Prophet. Magie bzw. Zauber ist kein Wunderbares. Aber das Wiederbeleben eines Toten, sehen eines Blinden, Heilen eines hoffnungslosen Schwerkranken, Spaltung des Meeres sind Wunderbare, selbst wenn sie durch keine Menschen zustande kommen. Daher muss man Außergewöhnliches nicht mit Wunderbaren, nämlich mit Wundern verwechseln.
13. Wunder erfährt man, indem man es erlebt oder durch übereinstimmende Überlieferung zu einer Überzeugung kommt. Eine übereinstimmende Überlieferung kann keine Wissenschaft sein. Daher können diejenigen, die nicht ein Wunder erleben, den Propheten nicht kennen. Denn unter denen, die Wunder überliefern, können auch Lügner sein.
Die dreizehnte Antwort: An vielen irdischen Angelegenheiten glaubt man durch übereinsitimmende Überlieferungen. Z.B. glaubt man dadurch, dass die Stadt Delhi in Indien ist, dass die Erde größer als der Mond und kleiner als die Sonne ist, und dass Fatih Sultan Mehmed, Istanbul erobert hat.
14. Wir haben Religionen untersucht. Wir haben festgestellt, dass Sachen bestehen, die der Vernunft und Technik nicht entsprechen. Daraus lässt sich folgern, dass Religionen nicht von ALLAH, dem Erhabenen, bestimmt wurden. Z.B. daß es zulässig ist, Tiere zu schlachten, um sie zu verzehren, ist ein Hinweis darauf. Fasten in bestimmter Zeit, Verbote mancher schmackhaften Nahrungsmittel und Getränke, Vorschrift der Pilgerfahrt, Umkreisung der Kaabe, wie Narren und Kinder, Steinigung ohne Ziel, Küssen eines wertlosen Steines, Verbot des Anblickens einer freien häßlichen Frau und Zulassung des Anblickens eine schöne Sklavin sind solche Hinweise.
Die vierzehnte Antwort: Es versteht sich, daß die Vernunft nicht alle Vorteile der bei der Frage erwähnten Angelegenheiten erfassen kann. Dass die Vernunft etwas nicht begreift, heißt nicht, daß es nachteilig ist. ALLAH, der Erhabene, kennt die Vorteile und daher gebietet Er. Es gibt viele Sachen, die nur durch Prophetengabe erkannt werden können. Das ist bereits erwähnt worden. Anschließend werden wir es wieder behandeln.
Verfasst von islamischebucher